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Frage: "Seit Jahren versuche ich mich von der Identifikation mit dem Körper und dem denkenden Geist zu lösen. Ich meditiere täglich, aber es scheint mir nicht zu gelingen. Was kann ich noch tun?"

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Antwort Ahlaad: "Zuerst scheint es mir wichtig, dass du dich fragst, wieso du die Identifikation überhaupt lösen möchtest. Wenn es mehr als eine schöne Idee ist, die du gehört oder gelesen hast, dann solltest du dich mit der Energie und nicht mit dem Gedanken der Veränderung auseinandersetzen. Der Antrieb kommt wahrscheinlich daher, dass du dich nicht vollständig wohl oder ganz fühlst. Irgendetwas scheint in deinem Leben zu fehlen. Stimmt's? Du weisst zwar nicht genau was fehlt, aber das Gefühl ist vorhanden. Das ist die Energie der Veränderung, die ich "Sehnsucht" nenne. Sie ist das goldene Tor, um nach Hause zu gelangen, in Sicherheit und erfüllt zu sein. Wenn du dich dieser Sehnsucht hingibst, wenn du dein Leben nach ihr einstellst und ihr kompromisslos folgst, verschwindet der Gedanke dich von Körper und denkenden Teil zu deidentifizieren. Es geschieht nicht durch etwas spezielles das du tust, sondern indem du aufhörst, dich gegen deine Sehnsucht zu wehren oder s

Frage: Seit ich täglich Achtsamkeit praktiziere, bin ich viel ausgeglichener und zufriedener. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, das Leben zieht an mir vorbei, ohne mich wirklich zu berühren. In mir ist immer noch eine tiefe, unerfüllte Sehnsucht. Manchmal denke ich, dass ich mich spirituell nicht mehr weiter entwickle. Was könnte mein nächster Schritt sein?

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Antwort Ahlaad: Achtsamkeitspraktiken stärken zwar die Wachheit und bewirken, dass du nicht mehr in Trance durchs Leben wandelst. Es kann jedoch trotzdem das Gefühl von Trennung verstärken. Und zwar zwischen dem Subjekt, das achtsam ist und den Objekten der Achtsamkeit. Da das "Ich" Achtsamkeit veranlasst, ist dein Verstand im Glauben, dass er die Ursache eines achtsamen Lebens sei. Und schon verstärkt sich wieder das Ich-Gefühl und kreiert eine künstliche Distanz zu allen Objekten, die es so nicht gibt. Das Gefühl von Nähe und Betroffenheit zum Leben bleibt aus, da stets eine Form von Distanz vorhanden ist. Das Ich muss sich Mühe geben, um den Zustand der Achtsamkeit aufrecht zu erhalten. Das kostet Kraft und daher verlieren wir sie immer wieder. Kannst du dich in diesen Aussagen erkennen? Was ist jetzt die Lösung? Nicht mehr Achtsamkeit zu praktizieren? Achtsamkeitspraktiken führen bis zu einem bestimmten Punkt der spirituellen Entwicklung. Darüber hinaus gelangst du jedoch

Frage: "Was bedeutet die Corona-Krise für dich aus spiritueller Sicht?"

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Ahlaad: "Krisen haben in der spirituellen Kultur und Literatur seit eh und je einen wichtigen Platz. Meistens beschreiben sie einen individuellen, persönlichen Durchbruch, eine Veränderung zu Neuem. Die spirituelle Krise zeichnet sich durch einen Zusammenbruch eines alten Weltbildes aus, einhergehend mit einer unangenehmen Phase der Unsicherheit oder Ohnmacht. Danach wächst ein neues Verständnis über die Zusammenhänge der wahrgenommenen Welt. Pflanzen, Tiere, Menschen und auch nicht lebende Dinge werden als nicht voneinander getrennt erfahren. Dieses Entwicklungsthema erfahren wir gerade als Kollektiv. Die Menschheit ist wahrscheinlich das erste Mal global und gleichzeitig mit dem Zusammenbruch eines alten Weltbildes konfrontiert. In spiritueller Hinsicht haben wir jetzt die Chance als Menschheit zu reifen, wacher und verantwortungsvoller zu werden. Zurzeit können wir erfahren, dass unser individuelles Verhalten einen Unterschied macht. Wir erleben das gute Gefühl solidarisc

Frage: "Immer wieder erfahre ich schmerzhafte Zurückweisungen und Verletzungen. Wie kann ich mich wirksam davor schützen?"

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Ahlaad: "Ich bin mir nicht sicher, ob Schutz wirklich das Richtige für dich ist. Vor dem Leben können wir uns nicht schützen, es geschieht, ob wir es wollen oder nicht. Und wenn du ehrlich bist, wirst du erkennen, dass es immer wieder Personen oder Situationen in deinem Leben gab, die deinen Schutz durchdringen konnten. Also solltest du dir eine andere Strategie aussuchen. Ich empfehle dir die Strategie der Widerstandslosigkeit. Sie braucht vielleicht ein wenig Erklärung, aber im Grunde ist sie ganz einfach: Bist du mit dem Leben im Widerstand, erlebst du Schmerzen. Bist du in Harmonie mit ihr, erlebst du inneren Frieden. Das ist ein Prinzip, dem sich niemand entziehen kann. Die Dinge sind so, wie sie sind. Auch wenn wir sie nicht verstehen, können wir sie im Moment des Erleben nicht verändern. Nehmen wir dein Beispiel der Zurückweisung: Ein geliebter Mensch verlässt dich, du empfindest Zurückweisung. Allein dieser Begriff erzeugt den Schmerz und nicht das Verhalten dieses Me

Frage: "Du sprichst oft von der 'Totalität des momentanen Augenblicks'. Kannst du erklären, was du damit genau meinst?"

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Ahlaad: Gerne, es ist ganz einfach: Die "Totalität des jetzigen Augenblicks" ist das Einzige, was es gibt. Oder kannst du etwas anderes wahrnehmen? Sobald du etwas außerhalb des jetzigen Augenblicks erkennst, ist es bereits wieder in ihm enthalten. Mit dem Begriff Totalität weise ich auf dieses eine, unteilbare Ganze hin. Darin sind nicht nur die objekthafte Welt, sondern auch Gedanken, Erinnerungen, Sorgen, Formen von Emotionen und das sich selbst Bewusste enthalten. Die Totalität ist ein Fortschreiten und ein Verändern, ein aus sich selbst heraus geborener Prozess. Vermeintlich glauben wir, dass diese Totalität aus einzelnen Objekten zusammengesetzt ist. Wenn wir die Totalität unvoreingenommen untersuchen, finden wir rasch heraus, dass die angenommenen Einzelobjekte stets in und als die Totalität erscheinen. Ein abgegrenztes Objekt können wir gar nicht erleben. Die Umgebung, der Hintergrund, die Einheit ist immer vorhanden. Jetzt fragst du dich sicher, ob es nicht

Frage: "Wie soll ich mit negativen Emotionen umgehen?"

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Ahlaad: Normalerweise versuchen wir Emotionen, die unangenehm sind oder die sogar einen psychischen Schmerz auslösen, zu vermeiden. Dabei entgeht uns jedoch eine wichtige Möglichkeit unsere Denkmuster und Konditionierungen zu erforschen. Ich empfehle, die unangenehmen Emotionen als Chance wahrzunehmen. Sollten sie dich heimsuchen, dann verliere dich nicht in ihrem emotionalen Schmerz. Du solltest sie aber auch nicht verdrängen. Frage dich, wieso du diese Emotion hast: Welche Überzeugung oder welchen Glauben muss ich haben, damit diese Emotion möglich wird? Wenn du deine Emotionen auf diese Weise untersuchst, wirst du rasch auf Glaubenssätze stossen und sie so vom Unbewussten ins Bewusstsein holen. Dann kannst du die Überzeugungen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Manchmal braucht es auch ein wenig Unterstützung einer anderen Person, wenn wir zu stark mit den Überzeugungen identifiziert sind. Die Glaubenssätze werden einer gewissenhaften Überprüfung nie standhalten. Denn Üb

Frage: "Wir haben in der heutigen Meditation erkannt, dass es keine objektive Welt gibt. Es sind alles Wahrnehmungen und ich bin die "Wahrnehmende". Mit diesem Werkzeug fällt es mir meistens leicht mich von eigenen Sorgen und Problemen, die ja nicht existieren, zu distanzieren. Was ist jedoch wenn man z.B. auf leidende Menschen trifft. Kann ich da einfach denken: "Ach, das ist ja nur eine Wahrnehmung und ich bin das Bewusstsein, welches diese Wahrnehmung wahrnimmt...". ? Ich fühle mich dann irgendwie distanziert von der Welt, z.B. eben von diesem Leid."

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Ahlaad: " Ist es nicht genau umgekehrt? Probier es im Leben selber aus. Wenn du leidest und dich mit der leidenden Person identifizierst, hast du keine Möglichkeit dich für das Leid anderer Menschen zu interessieren. Zu fest bist du mit dir selbst beschäftigt. Deswegen stossen wir Menschen von uns weg und verletzen sie. Wenn du dich hingegen nicht mit den Sorgen und Problemen identifizierst und aus der Perspektive des Bewusstseins wahrnimmst, dann hast du die Fähigkeit, das Leid anderer und auch das von dir selbst zu spüren. Dabei bleibst du jedoch jederzeit handlungsfähig. Zu helfen, wenn jemand in Not ist, ist eine ganz natürliche Reaktion, wir sind emphatische Geschöpfe. Helfen ist keine besondere Gabe, jeder Mensch besitzt sie.  Bewusstsein ist bedingungslos liebend. Und Liebe bedeutet Verschmelzung, Einswerdung, auf das zuzugehen, was noch nicht in Liebe ist. Je grösser der aufgewachte Teil von dir ist, desto grösser ist die Empathie und die Bereitschaft Leid zu li