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Frage: "Wie soll ich mit negativen Emotionen umgehen?"

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Ahlaad: Normalerweise versuchen wir Emotionen, die unangenehm sind oder die sogar einen psychischen Schmerz auslösen, zu vermeiden. Dabei entgeht uns jedoch eine wichtige Möglichkeit unsere Denkmuster und Konditionierungen zu erforschen.

Ich empfehle, die unangenehmen Emotionen als Chance wahrzunehmen. Sollten sie dich heimsuchen, dann verliere dich nicht in ihrem emotionalen Schmerz. Du solltest sie aber auch nicht verdrängen. Frage dich, wieso du diese Emotion hast: Welche Überzeugung oder welchen Glauben muss ich haben, damit diese Emotion möglich wird? Wenn du deine Emotionen auf diese Weise untersuchst, wirst du rasch auf Glaubenssätze stossen und sie so vom Unbewussten ins Bewusstsein holen.



Dann kannst du die Überzeugungen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Manchmal braucht es auch ein wenig Unterstützung einer anderen Person, wenn wir zu stark mit den Überzeugungen identifiziert sind. Die Glaubenssätze werden einer gewissenhaften Überprüfung nie standhalten. Denn Überzeugu…

Frage: "Wir haben in der heutigen Meditation erkannt, dass es keine objektive Welt gibt. Es sind alles Wahrnehmungen und ich bin die "Wahrnehmende". Mit diesem Werkzeug fällt es mir meistens leicht mich von eigenen Sorgen und Problemen, die ja nicht existieren, zu distanzieren. Was ist jedoch wenn man z.B. auf leidende Menschen trifft. Kann ich da einfach denken: "Ach, das ist ja nur eine Wahrnehmung und ich bin das Bewusstsein, welches diese Wahrnehmung wahrnimmt...". ? Ich fühle mich dann irgendwie distanziert von der Welt, z.B. eben von diesem Leid."

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Ahlaad: "Ist es nicht genau umgekehrt? Probier es im Leben selber aus. Wenn du leidest und dich mit der leidenden Person identifizierst, hast du keine Möglichkeit dich für das Leid anderer Menschen zu interessieren. Zu fest bist du mit dir selbst beschäftigt. Deswegen stossen wir Menschen von uns weg und verletzen sie. Wenn du dich hingegen nicht mit den Sorgen und Problemen identifizierst und aus der Perspektive des Bewusstseins wahrnimmst, dann hast du die Fähigkeit, das Leid anderer und auch das von dir selbst zu spüren. Dabei bleibst du jedoch jederzeit handlungsfähig. Zu helfen, wenn jemand in Not ist, ist eine ganz natürliche Reaktion, wir sind emphatische Geschöpfe. Helfen ist keine besondere Gabe, jeder Mensch besitzt sie. 





Bewusstsein ist bedingungslos liebend. Und Liebe bedeutet Verschmelzung, Einswerdung, auf das zuzugehen, was noch nicht in Liebe ist. Je grösser der aufgewachte Teil von dir ist, desto grösser ist die Empathie und die Bereitschaft Leid zu lindern. Das…

Frage: "Ich habe eine unheimliche Angst vor dem Tod. Diese Angst schränkt mein Leben sehr ein. Was kann ich machen?"

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Ahlaad: "Du kannst deine Einstellung zum Tod mit deiner Wahrnehmung überprüfen. Wenn du erkennen könntest, dass deine Einstellungen zum Tod nicht real sind, verschwindet auch die Angst. Lass es mich erklären:


Erstens: Meistens nehmen wir an, dass eine Existenz mit der Geburt ins Leben kommt und mit dem Tod wieder verschwindet. Wenn du jedoch die Existenz als Ganzes betrachtest, dann fällt dir sofort auf, dass Geburt und Tod nicht vom Leben getrennt ist. Leben bedeutet, dass es sich ständig erneuert. Geburt, Tod und Leben finden immer gleichzeitig und am gleichen Ort statt. Wenn du so das Leben anschaust und kurz mal so tust, als würde es die Wörter Geburt und Tod gar nicht geben, dann erkennst du diese ständig fliessende und sich erneuernde Existenz. Form kommt nicht und geht nicht, sie ist nur im stetigen Wandel. Wenn du also deine Überzeugungen über den physischen Tod auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfst, wirst du zu neuen Erkenntnissen gelangen.

Zweitens: Wenn du diese genial…

Frage: "Ich beobachte mich oft dabei, wie ich stolz bin auf etwas das ich tue oder erreichte und auch Anerkennung von Aussen erwarte....

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Frage:  "... Du sagst nun, dass das nur unsere falsche Persönlichkeit stärke und den unwahren Glauben der Trennung vom Rest des Leben bestätigt. Das leuchtet mir ein. Aber wie kann ich meine innere Haltung bei meinem Tun ändern? Und wie können unsere Kinder das so leben, wenn sie doch in der Schule lernen Lob und gute Noten für das was sie machen zu erhalten? Was können wir ihnen mitgeben?"



Antwort Ahlaad: "In der Tat ist es so, dass die Persönlichkeit (Gesamtheit aller Muster, Konditionierungen und Prägungen) jeglichen Erfolg auf ihr  Konto bucht. Sie bläht sich damit künstlich auf, ohne die vielen Randbedingungen und Zufälle, die für den Erfolg mitentscheidend waren, zu berücksichtigen. Sie will damit ihr Gefühl von Machtlosigkeit übertünchen und vor Anderen und manchmal auch vor sich selbst verheimlichen.

Schließlich fordert unser Umfeld starke Persönlichkeiten. Und ja, dieses Gefühl von Machtlosigkeit ist nicht falsch. Problematisch wird es, wenn wir uns mit der ma…

Frage: Moksha-Befreiung ist ein Wort, dass ich immer wieder höre. Aber von was sollen wir uns eigentlich befreien?

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Antwort: Wir befreien uns, wenn wir uns der Muster bewusst werden, die unsere Gedanken erschaffen. Wenn wir genau hinschauen, erkennen wir in unserem Verhalten die willkürlichen Konditionierungen, die nichts mit unserem wahren Wesen zu tun haben. 



Zuerst müssen wir verstehen, wie Konditionierungen unsere Erfahrung von uns selbst und von der Welt, beeinflussen. Dann müssen wir sie als das sehen, was sie sind - Überzeugungen und erlernte Ansichten, die wir für wahr halten und die unsere Identität ausmachen. 

Erst dann lernen wir in Frieden mit dem ganzen Haufen an Persönlichkeitseigenschaften zu sein. Wir wachen in das auf, was wir sind und schon immer gewesen sind. Wir befreien uns von dem, was wir nicht sind. Langsam entziehen wir den Persönlichkeitseigenschaften die Energie. 

Wir hören auf, Angst zu haben, dass sie nicht richtig sind oder dass wir sie verbessern sollten. So einfach wie die konditionierten Eigenschaften kamen, so einfach verschwinden sie auch wieder.

Frage: "Ich praktiziere täglich Meditation und fördere wo ich kann meine spirituelle Entwicklung. ....

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Frage Teilnehmer: .... Trotzdem habe ich das Gefühl nicht mehr weiter zu kommen. Was könnten meine nächsten Schritte sein, damit ich diesen Stillstand überwinden kann?"

Antwort Ahlaad: "Das Leben kennt keinen Stillstand, es entwickelt sich mit, aber auch ohne dein Zutun. Das ist in meinen Augen ganz wichtig zu erkennen, damit man selbst locker bleibt und die spirituelle Suche und sich selbst nicht zu wichtig nimmt.

In deinen täglichen Meditationen hat jede einzelne Minute ihre Wirkung. Die Idee, dass du nicht weiter kommst, hat die Persönlichkeit, die sich dagegen wehrt, weniger Kontrolle und Einfluss auf das Leben zu haben.


In Wirklichkeit ist deine Praxis nichts anderes als der Persönlichkeit ganz sanft zu zeigen, dass sie sich entspannen kann und ihr die Erfahrung zu geben, grenzenlos geliebt zu werden. Dein nächster Schritt ist eigentlich kein Schritt, weil du bereits mit deiner tiefsten Sehnsucht verbunden bist.

Wenn du sie nicht aus den Augen verlierst, führt sie dich…

Frage: Im Alltag fühle ich mich oft von meinem Partner nicht "wesentlich" wahrgenommen......

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.... Ich bekomme Beachtung in Rollen, also zum Beispiel als Mutter oder Geschäftspartnerin. "Ich" jedoch nicht. Ist das nur meine Persönlichkeit, die ihr Futter sucht und Aufmerksamkeit möchte? Oder täte eine Streicheleinheit in Form von Aufmerksamkeit auch meinem wahren Wesen gut?


Antwort: Bleiben wir zuerst bei den Streicheleinheiten. Auch wenn du dich nicht mehr mit dem Körper und der Persönlichkeit identifizierst, es gibt sie immer noch. Berührung ist für den Körper immer wichtig. Sie stellt Verbundenheit und Nähe her. Also wieso sollten wir sie ihm nicht geben?

Und so braucht auch die Persönlichkeit Aufmerksamkeit, um Entspannen zu können. Diese Aufmerksamkeit musst du dir aber selber geben. Darauf zu setzen, dass andere sie dir geben führt zu Frust und Enttäuschung. Menschen haben oft mit sich selbst genug zu tun und versuchen ihre negativen Gedanken und Emotionen in den Griff zu bekommen. Da bleibt nicht mehr viel Zeit und Energie, um sich für die Bedürfnisse von ande…